Posts Tagged ‘Konfuzius’

Konfuzius-Bücher

admin Posted in Die "Gespräche" des Konfuzius (Lunyu), Konfuzianismus, Konfuzius, Konfuzius-Sprüche,Tags: ,
0

Was sind die “Gespräche” des Konfuzius?

admin Posted in Die "Gespräche" des Konfuzius (Lunyu), Konfuzius, Konfuzius-Sprüche,Tags: , , , ,
0

Die “Gespräche” des Konfuzius, chin. “Lunyu”, sind die wichtigste und zugleich wohl auch verlässlichste Quelle zur Lehre und zum Leben des Konfuzius. Aufgezeichnet wurde das Buch nach dem Tode des Konfuzius von seinen “Enkelschülern”, d.h. von den Schülern seiner Schüler (ca. 5./4. Jh. v.Chr.).

Konfuzius-Bilder

Bilder rund um Konfuzius

78 Photos


Den chinesischen Titel des Werkes, “Lunyu”, mit “Gespräche” wiederzugeben, ist eigentlich nicht ganz richtig. Eine korrekte Übersetzung wäre: “Gesammelte Antworten” (”lun” wird hier als “sammeln, kompilieren” verstanden, “yu” als die gegebenen Antworten).
Der Titel “Gesammelte Antworten” trifft den Charakter des Buches ziemlich gut: In ihm finden sich nämlich in der Regel Gesprächssituationen, in denen der Meister Konfuzius von seinen Schülern zu konkreten Einzelproblemen befragt wird. Neben seinen Schülern stellen auch andere Leute gelegentlich Fragen an ihn. Eine Besonderheit der Lehrweise des Konfuzius besteht nun darin, dass er je nach Kenntnisstand und Charakter des Schülers auf ein und dieselbe Frage ganz andere Antworten gibt. Daran sieht man, wie wichtig bei den Sprüchen des Konfuzius der jeweilige Kontext der Aussage ist, seine Aussprüche sind immer als Antworten auf konkrete Probleme zu verstehen.
Das Werk selbst besteht aus ca. 500 Sprüchen in 20 Kapiteln. In der Han-Zeit (208 v Chr. -220 n. Chr.) gab es neben dem “Lunyu” aus dem Staate Lu mit 20 Kapiteln noch eins mit 21 und eins mit 23 Kapiteln. Hanzeitliche Gelehrte verglichen die drei Ausgaben, die sich an mehr als 400 Stellen unterschieden, und stellten daraus ein “neues” Werk auf Basis des Lu-Textes zusammen, das dem heutigen “Lunyu” entspricht.
Die 20 Kapitel des “Lunyu” stellen keine thematische oder in irgendeiner Form systematische Einteilung dar, obwohl immer wieder über diese Fragen spekuliert wurde und man in einzelnen Kapiteln bestimmte Themenschwerpunkte erkennen kann (z.B. Kapitel 10: Lebenswandel des Konfuzius). Die Kapitelüberschriften sind lediglich aus den ersten zwei Schriftzeichen des Kapitelbeginns gebildet.

Erling Weinreich, 08.04.2008

Weiterführende Literatur:

Gespräche ( Lun-Yu)

Gespräche (Lunyu)

Sein Name sei “Confucius”

admin Posted in Konfuzius,Tags: , , , ,
1

Sein Name sei “Confucius” – wie aus Kongzi unser Konfuzius wurde

il_confutio

“CUM FU CU SIVE CONFUCIUS” (“Kongfuzi oder Konfuzius”) lautet die Bildunterschrift zu dem obigen Bild aus dem Confucius Sinarum Philosophus (1687). Sie ist der älteste Beleg für den latinisterten Namen des chinesischen Weisen Kongzi, “Confucius”.

Fragt man einen chinakundigen Menschen nach dem Ursprung des europäischen Namens “Konfuzius” bzw. “Confucius”, ist dieser selten um eine Antwort verlegen:

Confucius, wird er sagen, das ist die von den Jesuiten der China-Mission im 17. Jahrhundert latinisierte Form von Kong Fuzi, Meister Kong.

Und wirklich muss man ja an das chinesische “Kongfuzi” nur noch ein “-ius” anhängen, schon hat man aus dem chinesischen Weisen einen den Europäern leicht von der Zunge gehenden Konfuzius gemacht.

Soweit scheint ja alles klar zu sein, wäre da nicht ein Problem: Im Chinesischen gibt es die Form “Kong fuzi” praktisch nicht.

Lionel M. Jensen ist diesem Problem in seiner Monumentalstudie Manufacturing Confucianism nachgegangen und hat festgestellt, dass dieser Ausdruck in keiner Ausgabe des Lunyu, noch an irgendeiner Stelle in den 24 Dynastiegeschichten auftaucht – er hat nur einen Beleg aus der mongolischen Yuan-Dynastie gefunden, somit handelt es sich um eine extrem ungebräuchliche Form.

Die Jesuiten, sagt er, haben nicht nur “Confucius” gemacht, sondern auch ” Kong Fuzi”. Das blosse “Kongzi” war ihnen angesichts all der anderen Weisen, die auch ein “-zi” trugen, wohl zu profan.

Mit anderen Worten: Nicht nur “Konfuzius”, auch “Kong Fuzi” ist letztlich eine westliche Namensgebung, unser Konfuzius müsste eigentlich richtig “Kongzius” heissen.

Zugleich macht diese Namensgebung auch klar, dass eigentlich nur dieser eine weise Meister Kong es Wert war, einen lateinischen Namen zu erhalten und so zum Teil der europäischen Sprache und Diskurse zu werden, selbst “Menzius” geht schon nicht mehr so leicht von der Zunge, Laotius gar? Völlig undenkbar – Es kann eben nur einen “Philosophorum sinensium Princeps” geben. Die bei uns gebräuchliche Form “Konfuzius” alleine zeigt also schon, dass die Position des chinesischen “Kongzi” als wichtigstem Philosophen des alten China unangefochten ist.

P.S. Der Name “Confucius” hat sich erst mit dem Confucius Sinarum Philosophus, sive Scientia Sinensis (1687) durchgesetzt, zu Beginn des 17. Jahrhunderts gab es da noch alle möglichen Varianten: “Confusius, Confutius, Confuzo, Cumfuceio, il Confutio”.

Die älteste Form scheint Confusius zu sein, belegt schon im Jahr 1579 in Michele Ruggieris “Vera et brevis divinarum rerum expositio”. Und da sage noch einer, das Ganze mache nicht völlig konfus!

kf_economist

(Copyright: The Economist)

Ich bleibe da lieber beim chinesischen “Kongzi”, Meister Kong…
Doch gibt es nicht auch im Chinesischen heillose Verwirrung, weil sich die chinesischen Kaiser nie entscheiden konnten, ob sie Konfuzius als einen König in einer Palasthalle verehren sollten, oder nur als einen Weisen im Tempel?
Das zumindest zeigt die wechselvolle Geschichte der Ehrennamen des Konfuzius.

Geblieben ist bis heute dieser:

kf_lehrer

“Der Große Vollendete Höchste Weise und Erste Lehrer”

Erling Weinreich, 08.04.2008