Einer meiner Leser hat mich letzte Woche nach einer passenden deutschen Übersetzung für den im englischen Sprachraum vielzitierten und bekannten Konfuzius-Spruch “He, who wishes to secure the good of others has already secured his own” gefragt.
Hierbei handelt es sich im chinesischen Original um folgende Passage aus den „Gesprächen“ des Konfuzius, die – vermutlich nach Durchlauf diverser Nachübersetzungen - nun in der zitierten englischen Form recht bekannt geworden ist:
Lunyu 6.28 (bzw. 6.30, je nach Ausgabe)
Wortlaut in der klassischen Übersetzung Richard Wilhelms aus dem Jahr 1914 (2.A.):
„Was den Sittlichen anlangt, so festigt er andere, da er selbst wünscht gefestigt zu sein, und klärt andere auf, da er selbst wünscht aufgeklärt zu sein“ (Richard Wilhelm: Kungfutse Gespräche (Lun Yü), Jena 1945, Seite 60).
Ich würde die Passage wie folgt übersetzen:
Ein wirklich guter Mensch – das ist jemand, der selbst etwas erreicht, indem er anderen hilft etwas zu erreichen;
und der selbst etwas erlangt, indem er anderen hilft etwas zu erlangen.
Die klassische englische Übersetzung von James Legge lautet übrigens:
1. Tsze-kung said, “Suppose the case of a man extensively conferring benefits on the people, and able to assist all, what would you say of him? Might he be called perfectly virtuous?” The Master said, “Why speak only of virtue in connection with him? Must he not have the qualities of a sage? Even Yao and Shun were still solicitous about this.
2. “Now the man of perfect virtue, wishing to be established himself, seeks also to establish others; wishing to be enlarged himself, he seeks also to enlarge others.
3. “To be able to judge of others by what is nigh in ourselves;¡V this may be called the art of virtue.”
Legge VI.28.
Anzumerken wäre hier noch, dass bei Konfuzius die Frage nach dem eigenen Vorteil eigentlich nicht im Mittelpunkt steht, siehe auch:
Lunyu 9.1 (Kapitel Zi Han)
Konfuzius sprach selten über persönlichen Vorteil (…)
Lunyu 4.12 (Kapitel Li Ren)
Konfuzius sprach: “Wer in seinem Tun nur an den eigenen Vorteil denkt, der wird sich viele Feinde machen.”
Übersetzungen: Erling Weinreich
31.08.2008

15. January 2009 23:09
“Ein Herz voller Sehnsucht ist so unruhig wie der Wind, der über´s Schilfgras weht.”
Ich suche die Original-Chinesische Version von Kongzi (Konfuzius) und ggf. auch in Pinyin.
Wer kann mir da bitte helfen?
Ich würde mich so sehr freuen!
3. May 2009 23:57
Sowohl damals wie heute – die Lebensphilosophie ist einfach zeitlos. Ich bin ein großer Fan von Konfuzius!
29. May 2009 00:08
Stammt von Konfuzius nicht auch der Spruch:
Es ist besser eine Kerze anzuzünden, als sich über die Dunkelheit zu beschweren?
Ich finde dieser Spruch hat viel Sinn im Unterton?
28. September 2009 08:06
toller Spruch! Das gefällt mir sehr!
24. October 2009 00:19
VI,18 (知之者不如好之者,好之者不如樂之者。)
lese ich (ein wenig holpriges deutsch, sorry, ich klebe da textuell an Legge):
Die die Wahrheit kennen, sind nicht wie die, die sie lieben, und die, die sie lieben, sind nicht wie die, die von ihr entzückt sind.
Ich suche immer noch nach einer treffenderen … was in zeno steht, trifft es IMHO nicht ganz.
4. November 2009 08:55
Die interessante Anmerkung von 大兔 bezieht sich übrigens auf diese Stelle, in der von mir verwendeten Zählung 6.20 (siehe Seite mit meinen Übersetzungen):
71. Lunyu 6.20 (Kapitel Yong Ye)
Konfuzius sprach: “Über etwas Bescheid wissen, das ist nicht so gut, wie etwas lieben. Und etwas lieben ist nicht so gut, wie sich nur daran erfreuen.”
Bei Legge steht: “They who know the truth [kursiv hervorgehoben] are not equal to those who love it, and they who love it are not equal to those who delight in it”
In der Übersetzung von Ralf Moritz:
“VI, 20 Konfuzius sprach: “Etwas mögen ist besser, als es nur zu kennen. Noch besser ist es aber, dadurch Freude zu gewinnen.”
Moritz, Ralf: Konfuzius. Gespräche.
Leipzig. Reclam Verlag, 1986.