Sprüche

Berühmte Konfuzius-Sprüche
Übersetzungen: Erling Weinreich, 1999-2003. Kontakt:
erling.taipei@hotmail.com

1. Lunyu 10.12. (Kapitel Xiangdang)

Lag die Matte nicht gerade, so setzte er sich nicht hin.

2. Lunyu 15.13. (Kapitel Weiling Gong)

Der Meister sprach: “Ach, es bleibt dabei: Ich habe noch keinen Mann gesehen, dem die Tugend wichtiger gewesen wäre, als Sex.”

3. Lunyu 15.15. und 15.21. (Kapitel Weiling Gong

Der Meister sprach: “Bürde Dir selbst Schweres auf, und falle anderen nicht zur Last, so hältst Du Dir Zorn vom Leib.”

Der Meister sprach: “Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere.”

4. Lunyu 12.24. (Kapitel Yan Yuan)

Meister Zeng sprach: “Der Edle gewinnt Freunde durch seine kultivierte Gelehrsamkeit. Und mit Hilfe dieser Freunde fördert er seine Menschlichkeit”

5. Lunyu 10.17. (Kapitel Xiang dang)

Sein Pferdestall war abgebrannt, als Konfuzius von der Audienz heimkehrte. Er fragte: “Sind Menschen verletzt?” Nach den Pferden fragte er nicht.

6. Lunyu 10.16. (Kapitel Xiang dang)

Kangzi schenkte ihm Medizin. Mit einer Verbeugung nahm er sie entgegen, [doch] sagte: “Was ich noch nicht kenne, das wage ich nicht zu probieren”.

7. Lunyu 6.14. (Kapitel Yong ye)

Konfuzius sprach: “Wer nicht die Redegewandtheit des [Würdenträgers] Zhu Tuo besitzt, dafür aber die Schönheit des [Prinzen] Zhao von Song, der wird in unserer heutigen Zeit trotzdem nur schwer bestehen können.”

8. Lunyu 12.23. (Kapitel Yan Yuan

Zigong fragte, wie man sich seinen Freunden gegenüber [zu verhalten habe]. Der Meister sagte: “Man soll ihnen voller Loyalität Ratschläge erteilen und sie so gut wie möglich anleiten. Lehnen sie das ab, so ist aufzuhören: Man darf sich nicht selbst erniedrigen.”

9. Lunyu 4.14. (Kapitel Li Ren )

Der Meister sagte:

“Mach’ Dir keine Sorgen um einen guten Posten, sondern sorge dafür, dass Du etwas hast, mit dem Du ihn verdienst.

Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass Dich niemand kennt, sondern trage Sorge, Dich so zu verhalten, dass man Dich kennen wird.”

10. Lunyu 9.23. (Kapitel Zi Han )

Der Meister sagte:

“Die Jüngeren sollen wir fürchten, denn woher wollen wir denn wissen, dass sie uns in Zukunft nicht übertreffen werden? Einen Mann hingegen, der schon vierzig oder fünfzig geworden ist, ohne dass man je etwas von ihm gehört hätte, den braucht man auch nicht mehr zu fürchten.”

11. Lunyu 13.21. (Kapitel Zi Lu)

Der Meister sagte:

“Wenn du schon mit niemandem zusammen sein kannst, der immer den Weg der Mitte einschlägt, dann solltest du entweder mit stürmischen oder mit vorsichtigen Menschen zusammen sein. Die Stürmischen sind voller Tatendrang, während die Vorsichtigen bestimmte Dinge einfach nicht tun.”

12. Lunyu 4.9. (Kapitel Li Ren)

Der Meister sagte:

“Ein Gelehrter, das ist einer, der seinen ganzen Willen auf das DAO richtet. Wenn er sich dabei seiner schlechten Kleidung und seiner schlechten Speisen schämt, so ist er es nicht wert, dass man ihn zurate zieht.”

13. Lunyu 9.13. (Kapitel Zi Han)

Zigong fragte: “Ich habe hier einen schönen Jadestein, soll ich ihn im Schrank verstecken und aufbewahren, oder ihn verkaufen?” Der Meister sagte: “Ihn verkaufen! Ihn verkaufen! Ich bin nur einer, der auf den [richtigen] Käufer wartet.”

14. Lunyu 15.16. (Kapitel Wei Ling Gong )

Der Meister sagte: “Ich weiß wirklich nicht, was ich mit einem Menschen tun soll, der nie fragt: ‘Was soll ich jetzt tun? Was soll ich jetzt tun?’”

15. Lunyu 5.10. (Kapitel Gong Ye Chang)

Das [berühmte Redetalent] Zai Yu schlief am helllichten Tage. Der Meister sprach [daraufhin]: “Morsches Holz kann man nicht mehr schnitzen, eine Wand aus Dung kann man nicht anstreichen: [Genauso] kann ich auch diesen Yu nicht mehr ermahnen.” Der Meister fuhr fort: “Anfangs war ich den Menschen gegenüber so eingestellt, dass ich mir ihre Worte anhörte und dann auf ihre Taten vertraute. Heute nun bin ich den Menschen gegenüber so, dass ich mir ihre Worte anhöre und zugleich ihre Taten beobachte. Erst dieser Yu ließ mich das ändern.”

16. Lunyu 8.17. (Kapitel Tai Bo)

Der Meister sprach: “Lernen [ist wie ein Rennen:] Es ist, als ob man das Ziel nie erreicht und zugleich fürchtet, das schon Erreichte wieder zu verlieren.”

17. Lunyu 15.8. (Wei Ling Gong)

Der Meister sprach:

“Wenn Du mit einem Menschen [vernünftig] reden könntest, aber es nicht tust, so hast Du diesen Menschen verloren.

Wenn Du mit einem Menschen nicht [vernünftig] reden kannst, aber es trotzdem tust, so sind deine Worte verloren.

Der Verständige gibt aber weder einen Menschen verloren, noch verschwendet er seine Worte.”

18. Lunyu 19.9. (Zi Zhang)

Zixia sprach: “Der Edle wirkt auf drei verschiedene Weisen: Wenn man ihn anblickt, erscheint er würdevoll, wenn man sich ihm nähert, ist er warmherzig, wenn man seinen Worten lauscht, wirkt er streng.”

19. Lunyu 8.14. (Tai Bo)

Der Meister sprach: “Diskutiere nicht die Angelegenheiten eines Amtes, das nicht dein eigenes ist.”

20. Lunyu 2.13. (Kapitel Wei Zheng)

Zi Gong fragte, was einen Edlen ausmache. Der Meister sprach: “Er predigt nur das, was er zuvor schon selbst in die Tat umgesetzt hat.”

21. Lunyu 15.32. (Kapitel Xian Wen)

Der Meister sprach: “Wer nicht überall Betrügereien vermutet oder ständig anderen unterstellt, unehrlich zu sein, aber diese Dinge trotzdem zuerst bemerkt, der ist weise.”

22. Lunyu 4.7. (Kapitel Li Ren)

Der Meister sprach: “Die Fehler der Menschen fallen alle in bestimmte Kategorien. Betrachtet man die Fehler eines Menschen, so kann man in ihnen schon die guten Seiten dieses Menschen erkennen.”

23. Lunyu 1.16. (Kapitel Xue Er)

Der Meister sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”

24. Lunyu 15.12. (Kapitel Wei Ling Gong)

Der Meister sprach: “Wer sich nicht über seine Zukunft Gedanken macht, der wird sich bestimmt bald über sein Heute sorgen müssen.”

25. Lunyu 17.3. (Kapitel Yang Huo)

Der Meister sprach: “Nur die Weisesten und die Dümmsten ändern sich nie.”

26. Lunyu 15.34. (Kapitel Wei Ling Gong)

Der Meister sprach: “Den Edlen kann man nicht an seinen kleinen Fertigkeiten erkennen, aber man kann ihn mit großen Aufgaben betrauen. Den Gemeinen kann man nicht mit großen Aufgaben betrauen, dafür kann man ihn aber in seinen kleinen Fertigkeiten schätzen lernen.”

27. Lunyu 1.14 (Kapitel Xue Er)

Der Meister sprach: “Der Edle strebt beim Essen nicht nach Sättigung, beim Wohnen nicht nach Bequemlichkeit. In der Erledigung seiner Aufgaben ist er sorgfältig, in seinen Worten vorsichtig. Er begibt sich zu denen, die den rechten Weg pflegen, um sich zu bessern. Deswegen kann man sagen, dass er das Lernen liebt.”

28. Lunyu 15.28 (Kapitel Wei Ling Gong)

Der Meister sprach: “Wenn ein Mann von allen gehasst wird, muss man das überprüfen. Wenn ein Mann von allen geliebt wird, muss man das auch überprüfen.”

Vgl.: Lunyu 13.24 (Kapitel Zi Lu)

Zi Gong fragte: “Was ist von einem Mann zu halten, den alle im Dorf lieben?” Der Meister sprach: “Das reicht nicht.” – “Was ist von einem Mann zu halten, den alle im Dorf hassen?” Der Meister sprach: “Das reicht auch nicht. Am besten ist es, wenn die Guten im Dorf ihn lieben, die Schlechten ihn aber hassen.”

29.Lunyu 9.26 (Kapitel Zi Han)

Der Meister sprach: “Selbst einer großen Armee kann man den Führer rauben, aber nicht einmal einem einfachen Mann seinen Willen.”

30. Lunyu 4.5 (Kapitel Li Ren)

Der Meister sprach: “Reichtum und Rang – das wünschen sich alle. Kann man beides aber nicht auf dem rechten Weg erlangen, so lässt man es. Armut und niedrige Stellung- das verwünschen alle. Kann man sich aber nicht auf dem rechten Weg davon befreien, so lässt man es. Denn wenn der Edle sich von der Humanität entfernt, was bleibt ihm dann noch? Nicht für die Dauer einer Mahlzeit wendet er sich von ihr ab. In allen Prüfungen und Nöten hält er an ihr fest.”

31. Lunyu 17.9 (Kapitel Yang Huo)

Der Meister sprach: “Ich will nicht mehr sprechen.” Zi Gong fragte: “Wenn der Meister nichts mehr sagt, was sollen seine Schüler dann von ihm berichten?” Der Meister sagte: “Was spricht denn der Himmel? Und doch schreiten die vier Jahreszeiten fort, werden die hundert Lebewesen geboren. Was spricht denn der Himmel?”

32. Lunyu 15.31 (Kapitel Wei Ling Gong)

Der Meister sprach: “Ich habe einmal einen Tag lang nicht gegessen und eine Nacht lang nicht geschlafen, um nachzudenken. Das hat nicht geholfen – besser ist es, stattdessen zu lernen.”

33. Lunyu 19.21 (Kapitel Zi Zhang )

Zi Gong sprach: “Die Fehler des Edlen sind wie eine Sonnen- oder Mondfinsternis: Wenn er etwas falsch macht, sehen es alle. Bessert er sich aber, so blicken wieder alle zu ihm empor.”

34. Lunyu 14.22 (Kapitel Xian Wen )

Zi Lu fragte, wie er seinem Fürsten dienen sollte. Der Meister sprach: “Man soll ihn nicht täuschen, doch darf sich ihm offen widersetzen.”

35. Lunyu 17.15 (Kapitel Yang Huo)

Der Meister sprach: “Kann man denn mit einem gemeinen Streber in den Staatsdienst treten? Wenn jener den Posten noch nicht hat, fürchtet er doch nur, ihn nicht zu bekommen. Und wenn er den Posten hat, so fürchtet er nur, er könnte ihn wieder verlieren. Fürchtet er aber um seinen Posten, so ist er zu allem fähig.”

36. Lunyu 14.29 (Kapitel Xian Wen)

Als Zigong Kritik an anderen übte, sprach der Meister: “Zigong muss selbst schon sehr weise sein – denn ich habe keine Zeit dazu [auch noch andere Menschen zu kritisieren].”

37. Lunyu 17.2 (Kapitel Yang Huo)

Konfuzius sprach: “Die Natur der Menschen lässt sie einander nah sein, doch die Gebräuche halten sie voneinander fern.”

38. Lunyu 15.30 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Einen Fehler begangen haben und ihn nicht korrigieren: Erst das ist ein Fehler.”

39. Lunyu 4.22 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “In alter Zeit sprach man nicht einfach drauflos. Man schämte sich, wenn man seine Worte nicht einlösen konnte.”

40. Lunyu 14.10 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Arm und dabei ohne Hass zu sein ist schwierig – reich und dabei ohne Stolz zu sein ist leichter.”

41. Lunyu 13.23 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Der Edle strebt nach Harmonie, nicht nach Gleichheit. Der Gemeine strebt nach Gleichheit, nicht nach Harmonie.”

42. Lunyu 15.23 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Der Edle stellt einen Menschen nicht nur aufgrund seiner Worte ein. Genauso verwirft er aber auch nicht die Worte nur aufgrund des Menschen, der sie sprach.”

43. Lunyu 13.17 (Kapitel Zi Lu)

Als Zi Xua Präfekt von Jufu geworden war, fragte er nach der Regierungskunst. Der Meister sprach: Man darf nichts überstürzen und soll nicht auf den kleinen Vorteil bedacht sein. Denn wer es zu eilig hat, kommt nicht ans Ziel und wer auf den kleinen Vorteil bedacht ist, der wird in den großen Dingen keinen Erfolg haben.”

44. Lunyu 9.28 (Kapitel Zi Han)

Der Meister sprach: “Erst in der kalten Jahreszeit bemerkt man, dass Pinien und Zypressen zuletzt welken.”

45. Lunyu 9.17 (Kapitel Zi Han)

Der Meister stand am Fluss und sprach: “Ach! So wie dieser strömt alles vorbei, Tag und Nacht ohne Unterlass.”

46. Lunyu 17.17 (Kapitel Yang Huo)

Der Meister sprach: “Geschickte Reden und ein zurechtgemachtes Äußeres sind selten Zeichen von Mitmenschlichkeit.”

47. Lunyu 17.23 (Kapitel Yang Huo)

Zi Lu fragte: “Wie wichtig ist dem Edlen die Tapferkeit?” Der Meister sprach: “Für den Edlen ist Rechtschaffenheit das höchste Ziel. Ist ein Edler tapfer, ohne zugleich rechtschaffen zu sein, entsteht Verwirrung. Ist der Gemeine tapfer, ohne zugleich rechtschaffen zu sein, so ist er ein Verbrecher.”

48. Lunyu 13.6 (Kapitel Zi Lu)

Der Meister sprach: “Wer in seinem Wandel aufrecht ist, dem folgt man ohne Befehl. Wer aber nicht aufrecht ist, dem folgt man auch trotz eines Befehls nicht.”

49.Lunyu 10.24 (Kapitel Xiang Dang)

Wenn der Meister schlief, lag er nicht leblos da und in seinem eigenen Haus bewegte er sich nicht steif wie ein Gast.

50. Lunyu 8.12 (Kapitel Tai Bo)

Der Meister sprach: “Drei Jahre studieren, ohne dabei an ein Gehalt zu denken – So jemand ist nicht leicht zu finden.”

51. Lunyu 5.5 (Kapitel Gong Ye Chang)

Jemand sagte: “Yong ist zwar ein guter Mensch, aber nicht redegewandt.” Der Meister sprach: “Was nützt Redegewandtheit? Eine flinke Zunge schafft sich viele Feinde. Ich weiß zwar nicht, ob Yong gut ist, aber was könnte ihm Redegewandtheit nützen?”

52. Lunyu 15.39 (Kapitel Wei Ling Gong)

Der Meister sprach: “Ich unterrichte alle Menschen ohne Unterschied.”

53.Lunyu 7.21 (Kapitel Shu Er)

Der Meister sprach nicht über Wunder, Gewalt, Chaos oder Geister.

54. Lunyu 17.20 (Kapitel Yang Huo)

Ru Bei ersuchte um eine Audienz bei Konfuzius, aber dieser ließ sich wegen Krankheit entschuldigen. Als der Bote das Haus verließ, griff Konfuzius zur Zither und sang, so dass der Bote ihn hörte.

55. Lunyu 7.13 (Kapitel Shu Er)

Drei Dinge behandelte der Meister mit äußerster Vorsicht: Fasten, Krieg und Krankheit.

56. Lunyu 12.13 (Kapitel Yan Yuan)

Konfuzius sprach: “Rechtsstreitigkeiten kann ich nicht besser als andere beilegen. Mein Ziel ist aber, diese Rechtsstreitigkeiten ganz verschwinden zu lassen.”

57. Lunyu 14.4. (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Der Tugendhafte hat bestimmt etwas zu sagen – doch nicht jeder, der etwas zu sagen hat, ist auch tugendhaft. Der Barmherzige braucht Mut – doch nicht jeder, der mutig ist, ist auch barmherzig.”

58. Lunyu 13.27 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Standhaft, entschlossen, schlicht und schweigsam – so kommt man der Menschlichkeit näher.”

59. Lunyu 9.29 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Der Weise kennt keine Verwirrung, der Menschenfreund keine Sorgen und der Tapfere keine Furcht.”

60. Lunyu 5.20 (Kapitel Gong Ye Chang)

Ji Wenzi überlegte immer dreimal, bevor er etwas unternahm. Als der Meister davon hörte, sprach er: “Zweimal überlegen – das reicht schon aus”.

61. Lunyu 2.24 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Wer Geistern dient, die nicht seine eigenen sind, ist ein Schmeichler. Wer eine Gelegenheit zu rechtschaffenem Tun sieht, sie aber nicht ergreift, der ist ein Feigling.”

62. Lunyu 3.8 (Kapitel Ba Yi)

Konfuzius sprach: “Wer seinem Fürsten mit formvollendeter Schicklichkeit dient, den halten die Menschen für einen Schmeichler.”

63. Lunyu 6.23 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Der Weise erfreut sich am Wasser, der Tugendhafte an den Bergen. Der Weise ist tätig, der Tugendhafte weilt in Ruhe. Der Weise ist voll Freude, der Tugendhafte aber führt ein langes Leben.”

64. Lunyu 16.9 (Kapitel Ji Shi)

Konfuzius sprach: “Am höchsten steht, wer alles intuitiv versteht. Danach kommt, wer durch Lernen zur Erkenntnis gelangt. Es folgt der, der erst lernt, wenn er in Schwierigkeiten ist. Wer nicht einmal lernt, wenn er in Not ist – den hält das Volk für das letzte.”

65. Lunyu 7.36 (Kapitel Shu Er)

Der Meister sprach: “Verschwendung macht die Menschen unbescheiden, Sparsamkeit macht sie unflexibel. Doch es ist besser unflexibel zu sein als unbescheiden.”

66. Lunyu 15.19 (Kapitel Wei Ling Gong)

Der Meister sprach: “Der Edle leidet nur an seinem Mangel an Fähigkeiten – er leidet nicht darunter, dass ihn niemand kennt.”

67. Lunyu 7.37 (Kapitel Shu Er)

Der Meister sprach: “Der Edle ist immer gelassen und entspannt. Nur der gewöhnliche Mensch wird ständig von Sorgen und Unruhen geplagt.”

68. Lunyu 7.38 (Kapitel Shu Er)

Der Meister Konfuzius war zugleich sanftmütig und streng, er war ehrfurchtgebietend ohne grausam zu sein und dabei liebenswürdig und ausgeglichen.

69. Lunyu 14.37 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Weise Männer halten sich ganz von der Welt fern. Geht dies nicht, so vermeiden sie erstens bestimmte Orte, zweitens den Anblick bestimmter Menschen und drittens bestimmte Unterhaltungen.” Konfuzius sprach weiter: “Das haben jedoch bisher erst sieben Menschen geschafft.”

70. Lunyu 14.6 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Dass ein Edler sich einmal schlecht benimmt, das mag es geben. Dass ein gemeiner Mann sich gut benimmt, das jedoch gibt es nicht.”

71. Lunyu 6.20 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Uber etwas Bescheid wissen, das ist nicht so gut, wie etwas lieben. Und etwas lieben ist nicht so gut, wie sich nur daran erfreuen.”

72. Lunyu 6.18 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Wenn die Natur den Sieg über die Bildung davon trägt, dann ergibt das einen Barbaren. Wenn die Bildung den Sieg über die Natur davon trägt, dann ergibt das einen Pedanten. Nur wenn Bildung und Natur harmonieren, ergibt das einen Edlen.”

73. Lunyu 6.27 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Der Edle vermehrt sein Wissen mit Hilfe der Literatur und beschränkt sich selbst nach Maßgabe der Riten. So kann er Irrwege vermeiden.”

74. Lunyu 2.11 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu erkennen, der kann anderen ein Lehrer sein.”

75. Lunyu 2.10 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Beobachte, wie er handelt, betrachte seine Motive und untersuche, worin er seine Ruhe findet. Wie könnte ein Mensch Dir dann noch etwas verbergen?”

76. Lunyu 1.8 (Kapitel Xue Er)

Konfuzius sprach: “Ein Edler genießt nur dann Achtung, wenn er sich auch würdevoll verhält. Er darf nicht stur auf seiner Bildung beharren, Loyalität und Vertrauen sind ihm das Wichtigste. Er hat nur Freunde, die ihm auch würdig sind. Und hat er etwas falsch gemacht, so schreckt er nicht davor zurück, seine Fehler zu korrigieren.”

77. Lunyu 2.17 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach zu einem seiner Jünger: “You, ich werde Dich lehren, was echtes Wissen ist! Echtes Wissen ist: Wenn Du das, was Du weißt, als Wissen erkennst, und das, was Du nicht weißt, als Nichtwissen akzeptierst.”

78. Lunyu 2.12 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Der Edle ist kein Werkzeug.”

79. Lunyu 13.13 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Wer sein eigenes Leben in Ordnung zu bringen vermag, der wird auch im öffentlichen Leben keine Schwierigkeiten haben. Wer aber nicht einmal sein eigenes Leben in Ordnung bringen kann – wie könnte der andere zur Ordnung rufen?”

80. Lunyu 14.24 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “In alter Zeit lernte man für sich selbst. Heute lernt jeder nur noch anderen Menschen zuliebe.”

81. Lunyu 7.28 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Es gibt Menschen, die trotz ihres Mangels an Wissen handeln können. Zu ihnen gehöre ich nicht. Ich höre viel, wähle das Richtige aus und setze es um: Denn viel beobachten und erfahren, das ist fast so gut wie Wissen.”

82. Lunyu 4.12 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Wer in seinem Tun nur an den eigenen Vorteil denkt, der wird sich viele Feinde machen.”

83. Lunyu 13.18 (Kapitel Zi Lu)

Der Herzog von She sprach zu Konfuzius: “Bei mir im Dorf gibt es einen aufrechten Mann: Als der Vater ein Schaf gestohlen hatte, zeigte der Sohn ihn an.”
Konfuzius erwiderte: “In meinem Dorf sind die aufrechten Männer anders: Der Vater deckt den Sohn und der Sohn den Vater – gerade darin liegt ihre Aufrichtigkeit.”

84. Lunyu 4.24 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Ein Edler sollte in seinen Worten bedächtig, aber umso flinker in seinen Taten sein.”

85. Lunyu 14.34 (Kapitel Xian Wen)

Jemand fragte: “Hass mit Güte zu entgegnen, was haltet Ihr davon?” Konfuzius sprach: “Womit kann man dann noch Güte erwidern? Auf Hass soll mit Gerechtigkeit geantwortet werden, nur auf Güte antworte man mit Güte.”

86. Lunyu 13.26 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Der Edle ist erhaben, aber nicht stolz. Der Gemeine ist stolz, aber nicht wirklich erhaben.”

87. Lunyu 15.36 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Wenn es darum geht, Gutes zu tun, sollte man nicht einmal seinem Lehrer den Vortritt lassen.”

88. Lunyu 4.2 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Wer keine echte Menschlichkeit besitzt, wird Widrigkeiten nicht lange ertragen und genauso wenig immer glücklich sein. Wer jedoch Menschlichkeit besitzt, findet in ihr seine Ruhe – der Weise vermag sie zu nutzen.”

89. Lunyu 7.11 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach zu seinem Jünger Yan Yuan: “Zu handeln, wenn man gebraucht wird und sich zu verbergen, wenn man nicht gebraucht wird, das verstehen nur wir.”

Sein Jünger Zi Lu fragte daraufhin: “Wen würde der Meister mitnehmen, wenn er drei Armeen führen soll?”

Der Meister sprach: “Leute, die ohne Reue in den Tod gehen, die mit bloßen Händen einem Tiger entgegen treten oder zu Fuß den Gelben Fluss überqueren wollen, würde ich nicht mitnehmen. Nur wer in Gefahren auch Furcht empfinden kann, wird nach sorgfältiger Planung zu Erfolgen kommen.”

90. Lunyu 7.16 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Auch wenn nur einfache Speisen und Wasser zur Verfügung stehen und einem der angewinkelte Arm als Ruhekissen dient, kann man fröhlich sein. Denn nicht rechtschaffen erworbener Ruhm und Reichtum bedeuten mir so wenig wie vorbeiziehende Wolken.”

91. Lunyu 16.10 (Kapitel Ji Shi)

Konfuzius sprach: “Ein Edler sollte ständig diese neun Dinge bedenken:
1. Ob er, wenn er etwas betrachtet, auch alles deutlich erkannt hat.
2. Ob er, wenn er jemandem zuhört, auch alles richtig verstanden hat.
3. Ob er in seiner Miene Milde und Harmonie ausstrahlt.
4. Ob er in seiner Haltung den anderen gegenüber Respekt zeigt.
5. Ob er in seinen Worten aufrichtig ist.
6. Ob er in seinem Tun gewissenhaft ist.
7. Ob er in Zweifelsfällen auch daran denkt, nachzufragen. 8. Ob er, wenn er in Zorn geraten ist, auch an die Folgen denkt, die sein Handeln haben könnte.
9. Ob es, wenn er einen Vorteil für sich selbst erblickt, auch rechtschaffen wäre, ihn zu nutzen.”

92. Lunyu 14.30 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Sorge Dich nicht darüber, dass Dich keiner kennt – denke lieber darüber nach, ob Du auch Fähigkeiten hast, die Wert sind, gekannt zu werden.”

(Vgl. Spruch 23)

93. Lunyu 4.25 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Ein tugendhafter Mensch wird nie einsam sein, er wird immer Nachbarn haben.”

94. Lunyu 1.15 (Kapitel Xue Er)

Einer seiner Schüler fragte den Meister Konfuzius: “Wie ist es zu beurteilen, wenn sich Menschen trotz ihrer Armut nicht bei anderen einschmeicheln und Menschen sich trotz ihres Reichtums ohne Stolz verhalten?”

Konfuzius entgegnete: “Das ist zwar gut, doch noch besser ist es, wenn man der Armut zum Trotz fröhlich ist und sich trotz seines Reichtums weiterhin nach den guten Sitten verhält.”

95. Lunyu 18.6 (Kapitel Wei Zi)

Chang Ju und Jie Ni waren beim Pflügen, als Konfuzius vorbei kam und seinen Jünger Zi Lu zu ihnen schickte, um nach dem Fluß-Übergang zu fragen.

Chang Ju fragte ihn: “Wer ist der Mann, der da euren Wagen lenkt?” Zi Lu sagte: “Das ist Konfuzius”. Sie fragten ihn wieder: “Ist das jener Konfuzius aus dem Staate Lu?” Dies bejahte er. Daraufhin sagten sie: “Der kennt den Fluß-Übergang doch”.

So fragte er Jie Ni nach dem Weg. Jie Ni aber fragte ihn: “Und wer seid ihr?” Er sagte: “Ich bin Zi Lu”. Weiter fragte er: “So seid Ihr ein Jünger des Konfuzius?” Dies bejahte er.

Daraufhin sprachen sie zu ihm: “Der große Lauf der Welt strömt dahin, ohne dass jemand ihn zu ändern vermag. Ist es da nicht besser, einem Einsiedler zu folgen, der der Welt überhaupt entflieht, als jenem Konfuzius, der sich nur von den gewöhnlichen Menschen fern hält?” Daraufhin setzten sie ihre Feldarbeit fort und unterbrachen sie nicht mehr. Zi Lu ging zu Konfuzius und stattete Bericht ab.

Konfuzius seufzte: “Mit Vögeln und Bestien können wir uns nicht zusammen tun, mit wem anders als mit den Menschen sollten wir zusammen sein? Und wäre die Welt in Ordnung, so würde ich doch auch nicht versuchen sie zu ändern!”

96. Lunyu 19.5 (Kapitel Zi Zhang)

Der Jünger Zi Xia sprach: “Wer sich täglich vor Augen hält, was er noch nicht weiß und zugleich Monat für Monat der Dinge eingedenk bleibt, die er schon kann, von dem kann man wahrlich sagen, dass er das Lernen liebt.”

97. Lunyu 2.22 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Ein Mensch ohne Vertrauenswürdigkeit – ich weiß nicht, wie das funktionieren kann. Einen Wagen, dem die Deichsel fehlt, kann man schließlich auch nicht verwenden.”

98. Lunyu 17.12 (Kapitel Yang Huo)

Konfuzius sprach: “Wer in seinem Innern weich ist, aber doch ständig eine strenge Miene macht – wirkt der nicht so falsch wie ein gemeiner Mann, der so aussieht, als würde er gleich über eine Mauer steigen und einen Einbruch begehen?”

99. Lunyu 19.4 (Kapitel Zi Zhang)

Der Jünger Zi Xia sprach: “Selbst scheinbar niedere Tätigkeiten können Beachtliches hervorbringen – nur weil sie sein Fernziel behindern würden, übt der Edle sie dennoch nicht aus.”

100. Lunyu 2.15 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Immer nur lernen ohne dabei nachzudenken, das führt zu Verwirrung. Immer nur nachdenken ohne dabei zu lernen, das führt zu Erschöpfung.”

101. Lunyu 7.22 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Wenn ich mit drei Menschen zusammen wandere, kann immer einer von ihnen mein Lehrer sein: Denn was ich Gutes an ihm erkenne, wähle ich für mich aus, und was ich an ihm nicht gut finde, das ändere ich.”

102. Lunyu 7.8 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Wer nicht begeisterungsfähig ist, den unterrichte ich nicht. Wer nicht selbst nach Worten sucht, den leite ich nicht an. Wer mir nicht die restlichen drei Ecken zeigt, wenn ich eine Ecke aufgezeigt habe, den unterweise ich nicht weiter.”

103. Lunyu 8.11 (Kapitel Tai Bo)

Konfuzius sprach: “Man mag ein so blühendes Talent haben wie der edle Herzog von Zhou, wenn man dabei stolz und auch noch geizig ist, so ist dieses Talent doch keine Erwähnung wert.”

104. Lunyu 12.16 (Kapitel Yan Yuan)

Konfuzius sprach: “Ein Edler hilft den Menschen, ihre guten Seiten zu vervollkommnen, nicht die schlechten. Ein gemeiner Mensch handelt entgegengesetzt.”

105. Lunyu 9.8 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Besitze ich etwa Wissen? Nein, ich bin ohne Wissen. Und selbst wenn ein einfacher Mann mich etwas fragt, erscheine ich zunächst völlig leer. Doch ich betrachte seine Frage gründlich von zwei Seiten und gebe ihm dann nach bestem Vermögen eine Antwort.”

106. Lunyu 6.19 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Ein Mensch muss seine Existenz auf Aufrichtigkeit erbauen. Denn der Unaufrichtige fristet seine Existenz nur durch glückliche Zufälle.”

107. Lunyu 15.22 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Der Edle hält an seinem Standpunkt fest, ist dabei aber nicht streitsüchtig. Er mag Geselligkeit, ist dabei aber kein Parteiengänger.”

108. Lunyu 12.18 (Kapitel Yan Yuan)

Ji Kangzi fürchtete sich vor Räubern und sprach Konfuzius darauf an. Konfuzius antwortete ihm: “Wenn Du selbst ohne Begierden bist, dann wirst du nicht einmal dann beraubt, wenn Du die Räuber dazu anhalten würdest.”

109. Lunyu 15.40 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Mit Menschen, die nicht auf demselben Weg wandeln wie Du selbst, solltest Du keine gemeinsamen Pläne schmieden.”

110. Lunyu 7.12 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Wenn man auf erstrebenswerte Art zu Reichtum gelangen kann, so werde ich es tun – auch dann, wenn es sich nur um niedrige Tätigkeiten handelt. Kann man aber nur auf eine nicht erstrebenswerte Art zu Reichtum gelangen, so lasse ich es und folge dem, was mir Spaß macht.”

111. Lunyu 20.3 (Kapitel Yao Yue)

Konfuzius sprach: “Wer seine Bestimmung nicht erkannt hat, kann kein edler Mensch werden. Wer die Regeln nicht kennt, kann sich nicht in der Gesellschaft etablieren. Wer die Macht der Worte nicht erkannt hat, der wird die Menschen nicht richtig verstehen.”

112. Lunyu 15.17 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Wer den ganzen Tag mit anderen zusammen in Gruppen verbringt, in seinen Reden keine vernünftigen Themen berührt und es liebt, seinen Geisteswitz auf Kleinigkeiten zu verschwenden, der wird schwerlich Großes leisten.”

113. Lunyu 2.14 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Der Edle kommt mit allen in seiner Umgebung gut aus – der gemeine Mensch neigt dagegen zu Kumpanei und Vetternwirtschaft.”

114. Lunyu 14.27 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Ein edler Mensch schämt sich, wenn seine Worte ständig großartiger sind als seine Taten.”

115. Lunyu 14.32 (Kapitel Xian Wen)

Ein gewisser Weisheng Mu fragte Konfuzius einmal:
“Warum predigst Du eigentlich immer ohne Pause?
Willst Du vielleicht nur mit Deiner Redegewandtheit prahlen?”

Konfuzius entgegnete: “Auf meine Redegewandtheit bilde ich mir nichts ein. Ich mache das nur, um die Sturheit der Menschen zu bekämpfen.”

116. Lunyu 14.3 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Wenn in einem Land Ordnung herrscht, kann man offen reden und entschlossen handeln. Wenn in einem Land das Chaos regiert, muss man entschlossen handeln, aber zurückhaltend reden.”

117. Lunyu 8.2 (Kapitel Tai Bo)

Konfuzius sprach: “Ehrerbietung ohne das rechte Maß ist nur ermüdend. Vorsicht ohne das rechte Maß ist bloße Ängstlichkeit. Tapferkeit ohne das rechte Maß führt ins Chaos. Direktheit ohne das rechte Maß wirkt aggressiv. Wenn das Verhalten des Herrschers zu seiner Umgebung von Verlässlichkeit geprägt ist, dann wird unter seinen Untertanen tugendhaftes Handeln aufkommen. Wenn er alte Weggefährten nicht einfach beiseite drängt, werden seine Untertanen ihre Grenzen nicht überschreiten.”

118. Lunyu 4.27 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Wenn du einen weisen Mann erblickst, so versuche, ihm nachzueifern. Wenn du einen törichten Mann erblickst, so prüfe dich selbst in deinem Innern.”

119. Lunyu 4.23 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Es gibt nur wenig Fälle, in denen Menschen einen Fehler damit begangen haben, sich in einer Sache selbst zu beschränken.”

120. Lunyu 17.16 (Kapitel Yang Huo)

Konfuzius sprach: “Im Altertum hatten die Menschen drei Fehler, doch heute sind sogar die nicht mehr, was sie einmal waren:
Wenn man früher verrückt spielen wollte, war man bloß ausgelassen, heute schlägt man dabei über die Stränge.

Früher bestand Stolz in Unbestechlichkeit, heute äußert er sich in rechthaberischer Streitsucht.

Früher hatte die Dummheit noch etwas Aufrechtes und Geradliniges, heute ist sie verschlagen und sonst nichts.”

121. Lunyu 16.4 (Kapitel Ji Shi)

Konfuzius sprach: “Es gibt drei Sorten von Freunden, von denen man profitieren kann und drei Sorten von Freunden, die einem nur schaden.
Von einem aufrechten Freund, von einem vertrauenswürdigen Freund und von einem Freund, der viel erlebt hat, kann man profitieren.
Nur schaden können einem dagegen ein Freund, der sich anbiedert und der ständig intrigiert, ein Freund, der einem immer nur schmeichelt und ein Freund, der nur große Reden schwingt.”

122. Lunyu 8.5. (Kapitel Tai Bo)

Der Meister Zeng sprach: “Fähigkeiten haben und trotzdem Leute um Rat fragen, die [scheinbar] keine Fähigkeiten besitzen, mit seiner eigenen Fülle einen Menschen befragen, der [scheinbar] weniger hat, den eigenen Besitz ansehen, als sei er keiner, die eigene Fülle ansehen, als sei sie Leere – ach! früher, da hatte ich noch einen Freund, der so etwas konnte.”

123. Lunyu 9.14 (Kapitel Zi Han)

Als der Meister sich unter den neun Barbarenstämmen niederlassen wollte, fragte ihn jemand: “Und was, wenn Du primitive Zustände vorfindest?”. Darauf sprach der Meister: “Wo immer ein Edler sich niederlässt, kann von Primitivität keine Rede mehr sein.”

124. Lunyu 17.14 (Kapitel Yang Huo)

Konfuzius sprach: “Wer das, was er auf der Straße aufgeschnappt hat, auf den Wegen weiter verbreitet, der wirft allen Anstand über den Haufen.”

125. Lunyu 17.26 (Kapitel Yang Huo)

Konfuzius sprach: “Wenn ein Mann es bis vierzig immer noch nicht geschafft hat, sich beliebt zu machen, so wird sich das auch bis zu seinem Lebensende nicht mehr ändern.”

126. Lunyu 14.33 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Bei einem guten Rennpferd lobt man nicht etwa seine Kraft, sondern seinen Charakter.”

127. Lunyu 14.20 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Wer mit Worten schamlos auftrumpft, der wird es später schwer haben, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen.”

128. Lunyu 16.5 (Kapitel Ji Shi)

Konfuzius sprach: “Es gibt drei Arten von Freuden, die gesund sind und drei Arten von Freuden, die einem nur schaden.
Es ist gut, sich mit gutem Stil und Musik selbst zu disziplinieren. Es ist auch gut, wenn man Freude daran hat, das Gute an anderen Menschen hervorzuheben. Ferner ist es gut, wenn man weise Freunde um sich sammelt. Schädlich hingegen ist es, sich an schlechter Musik zu ergötzen, wenn man sich Ausschweifungen hingibt und wenn man an übermäßigen Festgelagen teilnimmt.”

129. Lunyu 13.28 (Kapitel Zi Lu)

Der Jünger Zi Lu fragte: “Wie muss man beschaffen sein, um als Gelehrter gelten zu können?” Konfuzius sprach: “Ein echter Gelehrter ist, wer andere durch seine Kritik voranbringt und zugleich auf Harmonie und freundschaftlichen Umgang bedacht ist. Seine Freunde bringt er durch Kritik weiter und im Umgang mit seinen Brüdern pflegt er Harmonie.”

130. Lunyu 6.12 (Kapitel Yong Ye)

Ran Qiu sprach: “Es ist nicht, dass ich den Weg des Meisters nicht mögen würde. Aber meine Kraft reicht nicht aus.” Konfuzius sprach: “Bei wem die Kraft nicht ausreicht, der wird nach der Hälfte des Weges aufhören. Du aber bist noch gar nicht losgegangen.”

131. Lunyu 14.23 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Ein Edler orientiert sich immer nach oben – nur ein Gemeiner orientiert sich am Untersten.”

132. Lunyu 4.10 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Der Edle verhält sich gegenüber allen Dingen unter dem Himmel so, dass er nichts kategorisch bejaht oder ablehnt – in allem versucht er sich dem Richtigen langsam anzunähern.”

133. Lunyu 5.28 (Kapitel Gong Ye Chang)

Konfuzius sprach: “Selbst in einem Dorf von nur zehn Häusern wird es Menschen geben, die mir in Loyalität und Vertrauenswürdigkeit gleichkommen. Doch wird es niemanden geben, der das Lernen so liebt wie ich.”

134. Lunyu 4.11 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Während der Edle nur an seine Tugend denkt, denkt der Gemeine nur an seinen Grund und Boden. Während der Edle nach Gerechtigkeit strebt, strebt der Gemeine nur nach seinem privaten Vorteil.”

135. Lunyu 9.22 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Es gibt solche, die zwar sprießen, aber nie richtig blühen werden. Und dann gibt es solche, die zwar prächtig blühen, aber nie richtig Früchte tragen werden.”

136. Lunyu 9.4 (Kapitel Zi Han)

Vier Dingen schwor der Meister ab:
Dem Anstellen haltloser Vermutungen,
dem Erteilen seiner uneingeschränkten Zustimmung zu etwas,
dem starrköpfigen Festhalten an der eigenen Meinung
und der Überheblichkeit.

137. Lunyu 15.27 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Listige Worte können die Tugend ruinieren. Kleine Ungeduldigkeiten können große Pläne ruinieren.”

138. Lunyu 1.1 (Kapitel Xue Er)

Konfuzius sprach:
“Wenn man das einmal Gelernte im richtigen Moment anwenden kann – macht das etwa keine Freude?
Wenn Freunde aus fernen Gegenden vorbeikommen – bereitet das etwa keine Freude?
Wenn die Menschen Deinen Wert nicht erkennen, Du aber nicht darüber erzürnst – bist Du dann nicht ein Edler?”

139. Lunyu 5.27 (Kapitel Gong Ye Chang)

Konfuzius sprach: “Ach – es hat keinen Zweck! Ich habe noch niemanden gesehen, der fähig gewesen wäre seine eigenen Fehler zu erkennen und daraufhin mit sich selbst ins Gericht zu gehen.”

140. Lunyu 2.3 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach:
“Wenn man ein Volk mit Regierungsverordnungen lenkt und mit harten Strafen zur Ordnung ruft, so wird es zwar keine Straftaten mehr geben, aber umso mehr Schamlosigkeit.

Wenn man seinem Volk mit gutem Beispiel vorangeht und mit Tugend führt, es mit den Regeln der Sittlichkeit zur Ordnung ruft, so wird es keine Schamlosigkeit mehr geben und man wird sich aus Überzeugung fügen.”

141. Lunyu 5.14 (Kapitel Gong Ye Chang)

Wenn Zi Lu etwas gelernt hatte, kannte er nur eine Furcht: Etwas Neues zu lernen, bevor er das zuvor Gelernte umgesetzt hatte.

142. Lunyu 1.3 (Kapitel Xue Er)

Konfuzius sprach: “Geschickte Reden und eine gekünstelte Miene – das sind selten Zeichen eines guten Menschen.”

143. Lunyu 19.8 (Kapitel Zi Zhang)

Der Jünger Zi Xia sprach: “Gemeine Menschen werden immer danach trachten, ihre Fehler zu vertuschen.”

144. Lunyu 4.16 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Ein Edler misst alles am Maßstab der Rechtschaffenheit, der Gemeine misst alles am Maßstab seines persönlichen Vorteils.”

145. Lunyu 15.37 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Der Edle bleibt seinen Prinzipien treu, hält dabei aber nicht stur an irgendwelchen Meinungen fest.”

146. Lunyu 14.7 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Kann man wirklich von Liebe sprechen, wenn man jemanden immer vor allen Mühen bewahren will? Kann man wirklich von Loyalität sprechen, wenn man jemanden nie auch einmal ermahnt?”

147. Lunyu 16.6 (Kapitel Ji Shi)

Konfuzius sprach: “Wenn man einem Fürsten dient, kann man drei Fehler begehen:
Wenn man redet, auch wenn etwas noch nicht zur Sprache gekommen ist, handelt man überstürzt.
Wenn etwas zur Sprache kommt, man selbst aber dazu schweigt, ist das Geheimnistuerei.
Wenn man einfach drauflos spricht, ohne die Miene des Fürsten vorher beobachtet zu haben, so nennt man das Blindheit.”

148. Lunyu 2.4 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Als ich fünfzehn war, war mein ganzer Wille auf das Lernen gerichtet. Mit dreißig stand ich fest im Leben. Mit vierzig war ich nicht mehr verwirrt. Mit fünfzig hatte ich den Willen des Himmels erkannt. Mit sechzig klang meinem Ohr alles angenehm. Mit siebzig folgte ich den Wünschen meines Herzens, ohne dabei die Regeln zu brechen.”

149. Lunyu 15.2 (Kapitel Wei Ling Gong)

Als im Staate Chen die Vorräte zur Neige gegangen waren, wurde die Gefolgschaft so schwach, dass sie nicht mehr weiter ziehen konnten. Wuterfüllt trat Zi Lu vor Konfuzius und sprach: “Kann es denn sein, dass Edle auch Not leiden müssen?” Konfuzius sprach: “Ein Edler wird in widrigen Umständen noch fester – nur der gemeine Mann wird über die Stränge schlagen.”

150. Lunyu 4.26 (Kapitel Li Ren)

Zi You sprach: “Wenn einer seinem Fürsten mit Übereifer dient, wird das irgendwann zu Erniedrigung führen. Wenn einer sich im Umgang mit Freunden übereifrig zeigt, wird das irgendwann seine Freunde von ihm entfernen.”

151. Lunyu 13.1 (Kapitel Zi Lu)

Als Zi Lu nach der Regierungskunst fragte, sagte Konfuzius: “Gehe anderen immer voraus und bemühe Dich selbst mehr als sie.” Er bat um weitere Erläuterung und so sprach der Meister: “Zeige keine Müdigkeit.”

152. Lunyu 2.16 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Wenn man seine ganze Kraft auf das Studium von Irrlehren verwendet, so kann das großen Schaden anrichten.”

153. Lunyu 2.18 (Kapitel Wei Zheng)

Als der Jünger Zi Zhang sich darauf vorbereitete, einen Posten anzunehmen, sprach Konfuzius zu ihm:
“Du musst viel zuhören, aber das Zweifelhafte aussparen. Wenn du dann von allem anderen vorsichtig sprichst, wirst Du kaum je einen Fehler begehen.
Du musst viel zusehen, aber das Gefährliche aussparen. Wenn Du Dich in allen anderen Fällen vorsichtig benimmst, wirst Du später wenig Anlass zur Reue finden.
Wenn Du in Deinen Reden wenig Fehler machst und in Deinem Handeln wenig zu bereuen hast, ist Deine Karriere gemacht.”

154. Lunyu 7.6 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Richte Deinen Willen auf den Weg, halte Dich an die Tugend, stütze Dich auf die Menschlichkeit, suche Muße in den Künsten.”

155. Lunyu 1.4 (Kapitel Xue Er)

Meister Zeng sprach: “An jedem Tag prüfe ich mich selbst dreifach: – Habe ich mich heute bei den Dingen, die ich für andere erledige, aufrichtig verhalten? – War ich heute im Umgang mit meinen Freunden vertrauenswürdig? – Habe ich heute selbst praktiziert, was ich anderen predige?”

156. Lunyu 7.20 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Ich bin kein Mensch, der von Geburt an schon alles wusste. Ich bin aber ein Mensch, der zugleich das Alte verehrt und in seinem Streben unermüdlich ist.”

157. Lunyu 14.38 (Kapitel Xian Wen)

Als Zi Lu sein Nachtquartier am Steintor aufschlagen wollte, fragte ihn der Torhüter: “Woher kommt ihr?” Als er entgegnete: “Aus dem Haus des Konfuzius”, sagte jener: “Ist das nicht der Mann, der weiß, dass sein Streben aussichtslos ist, aber dennoch nicht aufhört?”

158. Lunyu 2.19 (Kapitel Wei Zheng)

Herzog Ai fragte: “Wie muss ich handeln, damit das Volk mir ergeben bleibt?”
Konfuzius antwortete: “Wenn Du aufrechte Menschen über die Unehrlichen stellst, wird das Volk Dir folgen. Stellst Du aber unehrliche Menschen über die Aufrichtigen, so wird das Volk Dir nicht mehr folgen.”

159. Lunyu 15.10 (Kapitel Wei Ling Gong)

Zi Gong fragte, wie Menschlichkeit zu praktizieren sei.
Konfuzius sprach: “Wenn ein Handwerker seine Sache gut machen will, muss er sich zuerst um die Qualität seines Werkzeugs kümmern. Genauso muss, wer in diesem Land lebt, sich zuerst auf Menschen in wichtigen Positionen konzentrieren und diejenigen zu seinen Freunden machen, die selbst Menschlichkeit hochhalten.”

160. Lunyu 14.28 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Der Weg des Edlen besteht aus drei Dingen, die ich selbst noch nicht beherrsche: Seine Mitmenschlichkeit kennt keine Sorgen, seine Weisheit keine Verwirrung und seine Tapferkeit keine Furcht.”

161. Lunyu 15.24 (Kapitel Wei Ling Gong)

Zi Gong fragte den Meister: “Gibt es überhaupt einen einzigen Spruch, nach dem man sich sein ganzes Leben richten kann?” Konfuzius sprach: “Ist das nicht das Prinzip der gegenseitigen Achtung? Was ich nicht wünsche, das mir geschieht, das tue ich auch keinem anderen an.”

162. Lunyu 19.11 (Kapitel Zi Zhang)

Zi Zhang sprach: “Bei Deinen großen Prinzipien darfst Du nicht über die Stränge schlagen – geht es um das Aufgeben kleiner Vorsätze, kannst Du ein Auge zudrücken.”

163. Lunyu 7.10 (Kapitel Shu Er)

Wenn der Meister an einem Tag geweint hatte, so sang er an diesem Tag keine Lieder mehr.

164. Lunyu 7.26 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Einen Heiligen habe ich bisher noch nicht gesehen. Einen edlen Menschen zu sehen, das würde mir schon reichen.”

Er sprach weiter: “Einen von Grund auf guten Menschen habe ich bisher noch nicht gesehen. Einen Menschen mit Konstanz zu sehen, das würde mir schon reichen.

Wer aber sein Nicht-Haben als Haben darstellt, seine Leere als Fülle ausgibt und trotz Beschränktheit seiner Mittel Wohlstand vorspiegelt, für den wird Konstanz schwer zu erreichen sein.”

165. Lunyu 9.30 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Menschen, mit denen Du Wissen austauschst, sind nicht unbedingt auch die, mit deren Prinzipien Du übereinstimmst. Menschen, mit deren Prinzipien Du übereinstimmst, sind nicht unbedingt auch die, mit denen Du gemeinsame Ziele aufstellst. Menschen, mit denen Du gemeinsame Ziele aufstellst, sind nicht unbedingt auch die, denen Du all Deine Gedanken mitteilst.”

166. Lunyu 15.18 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Der Edle macht Rechtschaffenheit zu seiner Basis, Korrektheit zur Maßgabe seines Handelns und Bescheidenheit zu seiner Gesprächshaltung. Vertrauenswürdigkeit ist sein Mittel zum Erfolg – und das macht den Edlen aus!”

167. Lunyu 8.10 (Kapitel Tai Bo)

Konfuzius sprach: “Wer die Tapferen liebt und die Armen verachtet, verursacht Chaos. Wer einen Menschen nur deswegen verachtet, weil er ohne Tugend ist, auch der verursacht Chaos.”

168. Lunyu 5.25 (Kapitel Gong Ye Chang)

Konfuzius sprach: “Schmeichelnde Worte, scheinheiliger Gesichtsausdruck und übertriebene Höflichkeit – das hat schon Zuo Qiuming genauso verachtet wie ich.
Zu anderen freundlich tun und dabei seine innere Verachtung verbergen – auch das hat schon Zuo Qiuming genauso verachtet wie ich.”

169. Lunyu 14.2 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Wer als gebildeter Mensch nur an seine eigene Bequemlichkeit denkt, der kann nicht als wahrhaft gebildet gelten.”

170. Lunyu 11.21 (Kapitel Xian Jin)

Konfuzius sprach: “Wer mit seinen Worten einen grundsoliden Eindruck erweckt, verdient zwar eigentlich Lob – dennoch ist zu prüfen, ob er wirklich eine edle Gesinnung hat, oder sich einfach nur wichtig macht.”

171. Lunyu 4.21 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Das Alter Deiner Eltern sollte Dir immer bewusst sein – es ist eine Quelle der Freude, gibt aber auch Anlass zur Sorge.”

172. Lunyu 13.25 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Für einen edlen Menschen zu arbeiten ist einfach – und doch ist er schwer zu erfreuen: Versuchst Du ihn auf unmoralischem Wege zu erfreuen, wird ihn das nicht freuen. Doch wenn er Dir Arbeit gibt, wird er auf Deine Kapazität Rücksicht nehmen.
Für einen gemeinen Menschen zu arbeiten ist schwer – und doch ist er leicht zu erfreuen: Versuchst Du ihn auf unmoralischem Wege zu erfreuen, wird ihn das erfreuen. Doch wenn er Dir Arbeit gibt, wird er Dir ohne Rücksicht alles aufhalsen.”

173. Lunyu 8.9 (Kapitel Tai Bo)

Konfuzius sprach: “Man kann das einfache Volk zwar dazu bringen, Grundsätzen zu folgen, es aber auch dazu zu bringen, diese zu verstehen – das wird nicht gelingen.”

174. Lunyu 5.17 (Kapitel Gong Ye Chang)

Konfuzius sprach: “Yan Ying ist ein Meister im Umgang mit Menschen: Je länger man ihn kennt, desto mehr Achtung bringt man ihm entgegen.”

175. Lunyu 4.13 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Ob man mit Anstand und Nachsicht regieren kann? Was denn sonst! Denn ginge das nicht, wozu bräuchte man dann überhaupt noch Anstand und Nachsicht?”

176. Lunyu 15.29 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Der Mensch kann den Weg bekannt machen, aber dieser Weg macht den Menschen nicht bekannt.”

177. Lunyu 14.26 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Befasse Dich nur mit den Aufgaben, die auch Deinem Posten entsprechen.” Meister Zeng erwiderte: “Ein Edler ist, wer versucht nur die Dinge zu planen, die innerhalb seines Einflusses liegen.”

178. Lunyu 4.19 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “So lange Vater und Mutter auf der Welt sind, solltest Du nicht in die Ferne reisen –
tust Du es dennoch, so gib’ wenigstens Dein Reiseziel bekannt.”

179. Lunyu 1.7 (Kapitel Xue Er)

Zi Xia sprach:
“Wer Menschen aufgrund ihrer Weisheit schätzt, ohne sie aufgrund ihres Aussehens zu verurteilen,
wer sich nach Kräften um seine Eltern sorgt,
wer im Dienst für seinen Fürsten sein Leben einsetzt,
wer im Umgang mit Freunden immer zu seinem Wort steht –
Den nenne ich gebildet, auch wenn andere sagen: ‘Der hat doch nicht studiert!’”

180. Lunyu 2.1 (Kapitel Wei Zheng)

Konfuzius sprach: “Wer sich in der Politik nach der Tugend richtet, der gleicht dem Polarstern: Er ruht an seinem Platz und alle anderen Sterne richten sich nach ihm aus.”

181. Lunyu 19.13 (Kapitel Zi Zhang)

Zi Xia sprach: “Wer lange im Amt ist, sollte wieder anfangen zu lernen.
Wer schon lange gelernt hat, sollte daran denken ein Amt aufzunehmen.”

182. Lunyu 11.16 (Kapitel Xian Jin)

Zi Gong fragte: “Wer von beiden ist besser, Shi oder Shang?”
Konfuzius sprach: “Shi geht zu weit, Shang tut zu wenig.”
Zi Gong fragte weiter: “Also ist Shi der bessere?”

Konfuzius sprach: “Zu viel tun ist nicht unbedingt besser als zu wenig tun.”

183. Lunyu 8.13 (Kapitel Tai Bo)

Konfuzius sprach: “Sei fest in Deinem Vertrauen und liebe das Lernen – diesen guten Weg befolge bis zum Schluss.
Außerdem bereise keine gefährlichen Länder und wohne nicht in solchen, in denen Chaos regiert. Herrscht in einem Land Ordnung, so ist es eine Schande, sich in seine arme und niedrige Lage zu fügen – regiert in einem Land aber die Willkür, so ist es eine Schande, Reichtum und einen hohen Posten zu haben!”

184. Lunyu 7.2 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Ohne Worte zur Einsicht gelangen, ohne Ermüdung lernen zu können, ohne Unterlass
seine Mitmenschen unterweisen – selbst ich habe diese Eigenschaften nicht!”

185. Lunyu 7.30 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Ist Menschlichkeit etwa etwas, das von uns weit entfernt ist?
Nein, denn wer wirklich nach Menschlichkeit strebt, dem wird diese Menschlichkeit auch zu eigen!”

186. Lunyu 7.3 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Wer nicht an seinem Verhalten arbeitet und sich nicht um Wissen bemüht, wer nicht das Richtige tut, nachdem er es erkannt hat
und wer es nicht schafft, seine eigenen Fehler zu verbessern – über den mache ich mir Sorgen.”

187. Lunyu 9.1 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach selten über persönlichen Vorteil,
das menschliche Schicksal und die Tugend an sich.

188. Lunyu 1.13 (Kapitel Xue Er)

You Zi sprach:

“Nur wer Dinge verspricht, die in ihrem Kern auch rechtschaffen sind, wird sein Wort letztlich auch halten können.

Nur wer sich auf eine Weise aufführt, die in ihrem Kern den guten Sitten nahe kommt, wird Schmach und Spott von sich fern halten können.

Nur wer nach seiner Heirat trotzdem nicht den Draht zu seinem Elternhaus verliert, ist es wert als Familienmensch geachtet zu werden.”

189. Lunyu 13.30 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Wer ein Volk in den Krieg führt, ohne es vorher
ausgiebig unterrichtet zu haben,
der führt es willentlich in eine Katastrophe.”

190. Lunyu 15.20 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Der Edle macht sich Sorgen darüber, dass er diese Welt verlassen könnte, ohne dass sein Name überall lobend genannt wird.”

191. Lunyu 6.17 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Wer sucht schon einen anderen Weg aus dem Haus, als die Tür?
Warum folgen wir nicht genauso auch in anderen Dingen dem einen richtigen Weg?”

192. Lunyu 9.18 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Ich habe bis heute noch niemanden gesehen,
dem menschliche Tugend genauso viel bedeutet hätte wie menschliche Schönheit.”

193. Lunyu 2.8 (Kapitel Wei Zheng)

Zi Xia erkundigte sich nach dem Wesen der Pietät.
Konfuzius sprach: “Es ist die Haltung, die entscheidend ist – oder ist es je schon als Pietät betrachtet worden,
wenn die Jungen tätig werden, wenn es Dinge zu erledigen gibt, oder wenn sie den Älteren Speise und Trank vorsetzen?”

194. Lunyu 3.5 (Kapitel Ba Yi)

Konfuzius sprach: “Selbst wenn ein zivilisiertes Land keinen Herrscher hat, ist es trotzdem noch besser als ein Barbaren-Land mit einem Herrscher.”

195. Lunyu 6.21 (Kapitel Yong Ye)

Konfuzius sprach: “Von höheren Dingen kann man nur mit Menschen reden, die ein gewisses Niveau haben.
Mit Menschen, die kein Niveau haben, kann man auch nicht über höhere Dinge reden. ”

196. Lunyu 13.16 (Kapitel Zi Lu)

Der Herzog von She erkundigte sich nach der Regierungskunst.
Konfuzius sprach: “Wer seine eigenen Untertanen erfreut, dessen Reich wird Zulauf aus der Ferne bekommen.”

197. Lunyu 1.11 (Kapitel Xue Er)

Konfuzius sprach: “Zu Lebzeiten Deines Vaters gebe acht auf seine Wünsche – nach dem Tode Deines Vaters gebe acht auf seine Taten.
Wenn Du Dich auch nach drei Jahren noch an seinem Weg orientierst, dann kann das wahre Kindespietät genannt werden.”

198. Lunyu 2.6 (Kapitel Wei Zheng)

Meng Wu Bo fragte nach dem Wesen der Kindespietät.
Konfuzius sprach: “Verhalte Dich so, dass Du den Eltern nur im Falle einer Krankheit Anlass zur Sorge gibst.”

199. Lunyu 7.1 (Kapitel Shu Er)

Konfuzius sprach: “Ich bin nur Vermittler des Alten, kein Schöpfer des Neuen. Dem Altertum stehe ich mit Vertrauen und Zuneigung gegenüber – darin vergleiche ich mich insgeheim mit unserem alten Peng.”

200. Lunyu 13.12 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Selbst wenn jetzt ein Weiser an die Macht kommt, würde es immer noch eine Generation dauern, bis sein guter Einfluss sich bemerkbar macht.”

201. Lunyu 19.7 (Kapitel Zi Zhang)

Zi Xia sprach: “Die hundert Handwerker brauchen zum Vollenden ihrer Arbeit ihre Werkstätten – genauso braucht der Edle zum Vollenden seines Weges das unentwegte Lernen.”

202. Lunyu 12.5 (Kapitel Yan Yuan)

Sima Niu seufzte: “Alle Menschen haben Brüder, nur ich bin allein.”
Zi Xia erwiderte: “Das habe ich einmal gehört:
Feuer Leben und Tod ist das Schicksal verantwortlich, Reichtum und Würden liegen beim Himmel.
Der Edle ist dafür verantwortlich, bedacht und ohne Fehler zu handeln, seine Mitmenschen zu achten und sich gut zu verhalten –
dann werden alle Menschen innerhalb der vier Meere seine Brüder sein.
Warum sollte man sich dann noch davor fürchten, keine Brüder zu haben?”

203. Lunyu 15.3 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Du hältst mich wohl für jemanden, der viel gelernt hat und umfassende Kenntnisse besitzt, Zi Gong?”
Jener erwiderte: “Ja – oder ist dem nicht so?”
Konfuzius sprach: “Ganz im Gegenteil: Ich stütze mich nur auf ein einziges Prinzip, das alles durchdringt.”

204. Lunyu 4.15 (Kapitel Li Ren)

Konfuzius sprach: “Shen, meine Lehre stützt sich doch auf ein einziges Prinzip, das alles durchdringt!”
Zeng Zi sprach: “So ist es.”
Als Konfuzius fortgegangen war, fragte einer der Jünger: “Welches meint er?”
Zeng Zi sprach: “Die Lehre des Meister stützt sich nur auf eines: Treue gegen sich selbst und Rücksichtnahme auf andere.”

205. Lunyu 5.19 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Ein Mensch mit starkem Charakter und moralischen Grundsätzen wird nie versuchen, seine eigene Haut auf Kosten seiner Grundsätze zu retten.
Eher würde er sein Leben opfern, als seine Überzeugungen.”

206. Lunyu 13.29 (Kapitel Zi Lu)

Konfuzius sprach: “Erst wenn ein tüchtiger Herrscher sein Volk sieben Jahre lang unterwiesen hat, wird es so gefestigt sein, dass er es auch zu den Waffen rufen kann.”

207. Lunyu 14.41 (Kapitel Xian Wen)

Konfuzius sprach: “Wenn die Oberen sich an die Regeln halten, dann wird auch das Volk einfach zu lenken sein.”

208. Lunyu 12.19 (Kapitel Yan Yuan)

Herzog Ji Kang befragte Konfuzius nach den Regeln guten Regierens: “Wie wäre es, wenn ich die Bösen einfach töten würde, um dem Guten zu seinem Recht zu verhelfen?”
Konfuzius sprach: “Ihr seid hier doch zum Regieren, nicht zum Morden! Wenn Ihr das Gute wirklich wollt, so wird Euer Volk gut werden:
Die Tugend des edlen Herrschers ist wie der Wind, die Tugend der kleinen Leute ist wie das Gras – wenn der Wind über das Gras hinweg fegt, wird es sich ihm beugen.”

209. Lunyu 1.12 (Kapitel Xue Er)
You Zi sprach: “Der größte Nutzen von Riten und Zeremonien liegt im Herbeiführen von Harmonie. Das ist, was an der Regierung der frühen Könige als schön empfunden wird: In großen wie in kleinen Dingen strebten sie sie an. Doch wussten jene auch, wo sie nicht erreichbar war. Harmonie tritt nicht von selbst ein, sie muss immer durch Riten und Zeremonien reguliert werden.”

210. Lunyu 1.6 (Kapitel Xue Er)
Konfuzius sprach: “Ein junger Mensch soll zu Hause seine Eltern ehren und außer Haus älteren Menschen mit Achtung begegnen. Vorsichtig und gewissenhaft soll er sein, zwar alle lieben, sich aber nur mit den Tugendhaften umgeben.
Wenn ihm dann noch Zeit bleibt, dann soll er sich dem Studium der Literatur widmen.”

211. Lunyu 1.9 (Kapitel Xue Er)
Meister Zeng sprach: “Wenn die Toten geehrt werden und der Ahnen gedacht wird, dann befindet sich die Tugend eines Volkes auf dem Weg zur Vollkommenheit.”

212. Lunyu 1.2 (Kapitel Xue Er)
You Zi sprach: “Wer in seinem Lebenswandel seinen Eltern gegenüber pietätvoll ist, der wird sich kaum seinen Vorgesetzten widersetzen. Und wer nicht auf die Idee kommt, sich seinen Vorgesetzten zu widersetzen, der wird auch keine Revolution anstiften. Der edle Herrscher kümmert sich um die Wurzel aller Dinge – steht die Wurzel, wird auch der Rest gedeihen: Und Pietät ist doch wohl die Wurzel der Menschlichkeit!”

213. Lunyu 1.5 (Kapitel Xue Er)
Konfuzius sprach: “Wer ein Land mit tausend Kriegswagen regieren will, muss in seinem Tun vorsichtig und gewissenhaft sein. Er muss sparsam mit den Ressourcen umgehen, sein Volk lieben und darf es nur zur rechten Zeit einsetzen.”

214. Lunyu 1.10 (Kapitel Xue Er)

Zi Qin fragte den Jünger des Konfuzius Zi Gong: “Wenn der Meister in ein anderes Land kommt, wird er bestimmt etwas über die dortige Regierung in Erfahrung bringen wollen – muss er da um Auskunft bitten, oder wird ihm alles von selbst mitgeteilt?”
Zi Gong sprach: “Der Meister erlangt alles wie von selbst, nur durch seine milde, gutmütige, höfliche, maßvolle und nachgiebige Art.
Seine Art zu bitten ist wirklich ganz anders als die anderer Menschen!”

215. Lunyu 15.1 (Kapitel Wei Ling Gong)

Herzog Ling vom Staate Wei befragte Konfuzius zu Strategien im Kriegsfall.
Konfuzius sprach: “In Fragen der Riten weiß ich ein wenig Bescheid, doch was die Kriegskunst angeht, so beschäftige ich mich nicht mit ihr.”
Am darauf folgenden Tag verließ der Meister den Staat Wei.

216. Lunyu 12.7

Zi Gong erkundigte sich nach den Prinzipien einer guten Regierung. Konfuzius sprach: “Sie muss für ausreichend Nahrung sorgen, für ausreichend Verteidigung und das Volk muss Vertrauen in sie haben können.”

Zi Gong fragte weiter: “Wenn man auf einen dieser drei Punkte verzichten müsste, auf welchen könnte man als ersten verzichten?” Konfuzius sprach: “Auf die Verteidigung.”

Zi Gong fragte wieder: “Wenn man nun von den beiden übrigen Punkten auf einen verzichten müsste, auf welchen könnte man dann verzichten?”

Konfuzius sprach: “Auf die Nahrung. Denn der Tod ist sowieso unausweichlich – doch ohne das Vertrauen des Volkes kann sich keine Regierung halten.”

217. Lunyu 2.21 (Kapitel Wei Zheng)

Jemand fragte Konfuzius: “Meister, warum bemüht Ihr Euch nicht, auf dem Wege eines Amtes Ordnung im Staat herzustellen?”

Konfuzius sprach: “Im Buch der Urkunden heißt es: ‘Allein wer seine Eltern achtet und Freundschaft zu allen Brüdern pflegt, der trägt zur Ordnung im Staate bei.’

Dies ist das eigentliche Bemühen um Ordnung im Staat – warum sollte man dafür ein politisches Amt annehmen!”

218. Lunyu 13.19. (Kapitel Zi Lu)

Fan Chi fragte nach dem Wesen der Menschlichkeit.

Konfuzius sprach: “Im privaten Leben sei rücksichtsvoll und schlage nie über die Stränge; beim Erledigen Deiner Aufgaben sei sorgfältig; im Umgang mit Menschen sei ehrlich. Und bleibe dieser Haltung treu, auch wenn Du Dich im Ausland unter Fremden befindest!”

219. Lunyu 12.4 (Kapitel Yan Yuan)

Sima Niu erkundigte sich nach dem Wesen des Edlen. Konfuzius sprach: “Ein Edler ist, wer keine Angst und keine Furcht kennt.”

Sima Niu erwiderte: “Keine Angst und keine Furcht kennen – reicht das etwa schon aus, um ein Edler genannt zu werden?”

Konfuzius sprach weiter: “Wer sich selbst geprüft hat und sein Gewissen für rein empfindet – was könnten dem Angst und Furcht noch anhaben!”

220. Lunyu 3.26 (Kapitel Ba Yi)

Konfuzius sprach: “Wer auf einem hohen Posten sitzt, aber nie Milde walten lässt; wer sich zwar höflich benimmt, aber es nie ehrlich meint; wer an einer Trauerfeier teilnimmt, ohne echte Trauer zu empfinden – warum sollte ich mir solche Leute noch näher ansehen!”

221. Lunyu 17.25 (Kapitel Yang Huo)

Konfuzius sprach: “Mit Frauen und Menschen gemeiner Wesensart ist der Umgang am schwierigsten: Kommst Du ihnen zu nah, so kommen sie auf falsche Gedanken – doch hältst Du sie auf Distanz, so sind sie verärgert!”

222. Lunyu 9.25 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Am wichtigsten sind Loyalität und Vertrauenswürdigkeit.
Ferner befreunde man sich nicht mit Leuten, die einem nicht das Wasser reichen können.
Wenn man einen Fehler gemacht hat, scheue man sich nicht davor, ihn auszubügeln.”

223. Lunyu 9.24 (Kapitel Zi Han)

Konfuzius sprach: “Worte der Ermahnung – wer könnte ihnen auch nicht folgen! Das Entscheidende aber ist, sein Handeln wahrhaft zu ändern.

Worte des Lobes – wer freut sich nicht darüber! Das Entscheidende aber ist, ihnen auf den Grund zu gehen.

Wer sich über Lob freut, ohne es zu prüfen und wer Ermahnungen folgt, ohne sich dabei zu ändern – mit solchen Menschen kann ich nichts anfangen!”

226. Lunyu 18.4 (Kapitel Wei Zi)

Als das Volk von Qi eine Gruppe von Tänzerinnen als Geschenk übersandte, nahm Ji Huan Zi sie mit Freuden entgegen.
Drei Tage lang wurden keine Audienzen abgehalten. Daraufhin verließ Konfuzius den Hof.

227. Lunyu 15.38 (Kapitel Wei Ling Gong)

Konfuzius sprach: “Wer einem Fürsten dient, der soll zuerst an die gewissenhafte Durchführung seiner Aufgaben denken und erst danach an den Lohn.”

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Hinweis: Zählung der Sprüche und chinesische Textgrundlage meiner Übersetzung:
Jin Liang Nian: Lunyu yizhu, Shanghai guji chubanshe, 1995.

金良年 :论语译注。上海古籍出版社,1995.

 

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Diese Übersetzungen wurden auch verwendet in:

Konfuzius im Management: Werte und Weisheit im 21. Jahrhundert

  • http://www.opd-politik.de Tiberius

    “Jede weitere Philosophie über die Undinge in der Welt ist ein tragischer Verlust von kostbarer Zeit. Bräuchten wir doch nur jene, die das schon vorhandene Wissen auf einmal und beständig zur Anwendung bringen.” (t.a.)

  • Pingback: Wissen « Naturwissenschaften, Wissen()

  • Futurass

    Was ist das Leben, wenn kein Leben da ist. Was ist das für ein Reichtum, wenn man arm ist. Und, was ist das für eine Liebe, wenn Du Blind bist?

    • http://www.facebook.com/profile.php?id=590743830 Gwendolin Sp

      Das
      größte ist;  In Armut leben, Doch denn Reichtum in der Seele zu tragen.

  • Fdsdfsdf

    Was ist es Wert zu lieben ohne geliebt zu werden?

    • Peter

      deine frage ist es wert, sich gedanken zu machen. ich will es versuchen:

      anaïs nin zitiert die heilige theresia, welche sagt: l’amour est dur et inflexible comme l’enfer. dieser satz hat mich irritiert und begleitet mich schon lange.ich glaube, sie hat recht: liebe ist hart und unerbittlich wie die hölle.ich glaube, dass liebe dir nichts gibt. aber der oder dem geliebten.und: zu lieben, ohne geliebt zu werden, das erst ist liebe. oder?ich glaube, wir alle möchten geliebt werden und vergessen dabei, lieben zu lernen.was gibt es schöneres, als wirklich geliebt zu werden?also üben wir, zu lieben. die nörgelnde partnerin, die lauten nachbarn im haus, die umständliche frau an der kasse, den arroganten arbeitskollegen und ja, sogar die schwiegermutter.ich kann es leider nicht. aber ich übe. immer wieder.wie seht ihr das?

  • hallihallo

    Also ich finde es toll, das hier soviele Zitate angeführt werden, genau das was ich suche.