Konfuzius-Buchshow 20.04.2008
20. April 2008 - 02:04 Uhr
Kommentieren » | Die "Gespräche" des Konfuzius (Lunyu), Konfuzianismus, Konfuzius, Konfuzius-Sprüche
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Konfuzius sprach… Berühmte Sprüche und Informationen zu Konfuzius
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1. Lunyu 2.11
Konfuzius sprach: “Wer sich das Alte noch einmal vor Augen führt, um das Neue zu verstehen, der kann anderen ein Lehrer sein.”
2. Lunyu 2.24
Konfuzius sprach: “Wer Geistern dient, die nicht seine eigenen sind, ist ein Schmeichler. Wer eine Gelegenheit zu rechtschaffenem Tun sieht, sie aber nicht ergreift, der ist ein Feigling.”
3. Lunyu 17.17
Der Meister sprach: “Geschickte Reden und ein zurechtgemachtes Äußeres sind selten Zeichen von Mitmenschlichkeit.”
4. Lunyu 2.13.
Zi Gong fragte, was einen Edlen ausmache. Der Meister sprach: “Er predigt nur das, was er zuvor schon selbst in die Tat umgesetzt hat.”
5. Lunyu 8.14.
Der Meister sprach: “Diskutiere nicht die Angelegenheiten eines Amtes, das nicht dein eigenes ist.”
6. Lunyu 9.26
Der Meister sprach: “Selbst einer großen Armee kann man den Führer rauben, aber nicht einmal einem einfachen Mann seinen Willen.”
7. Lunyu 9.29
Konfuzius sprach: “Der Weise kennt keine Verwirrung, der Menschenfreund keine Sorgen und der Tapfere keine Furcht.”
8. Lunyu 15.21
Der Meister sprach: “Der Edle verlangt alles von sich selbst, der Primitive stellt nur Forderungen an andere.”
9. Lunyu 12.24
Meister Zeng sprach: “Der Edle gewinnt Freunde durch seine kultivierte Gelehrsamkeit. Und mit Hilfe dieser Freunde fördert er seine Menschlichkeit”
10. Lunyu 4.14
Der Meister sagte: “Mach’ Dir keine Sorgen um einen guten Posten, sondern sorge dafür, dass Du etwas hast, mit dem Du ihn verdienst. Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass Dich niemand kennt, sondern trage Sorge, Dich so zu verhalten, dass man Dich kennen wird.”
11. Lunyu 8.17
Der Meister sprach: “Lernen ist eine Tätigkeit, bei der man das Ziel nie erreicht und zugleich immer fürchten muss, das schon Erreichte wieder zu verlieren.”
12. Lunyu 1.16
Der Meister sprach: “Mach’ Dir keine Sorgen darüber, dass die Menschen Dich nicht kennen, sondern darüber, dass Du sie nicht kennst.”
13. Lunyu 17.3
Der Meister sprach: “Nur die Weisesten und die Dümmsten ändern sich nie.”
14. Lunyu 15.28
Der Meister sprach: “Wenn ein Mann von allen gehasst wird, muss man die Gründe dafür überprüfen. Wenn ein Mann von allen geliebt wird, muss man das auch überprüfen.”
15. Lunyu 15.31
Der Meister sprach: “Ich habe einmal einen Tag lang nicht gegessen und eine Nacht lang nicht geschlafen, um nachzudenken. Das hat nicht geholfen - besser ist es, stattdessen zu lernen.”
16. Lunyu 14.22
Ein Jünger fragte Konfuzius. wie er seinem Fürsten dienen solle. Der Meister sprach: “Man darf ihn zwar nicht täuschen, doch offen widersetzen darf man sich ihm.”
17. Lunyu 17.2
Konfuzius sprach: “Die Natur der Menschen lässt sie einander nah sein, doch die Gebräuche halten sie voneinander fern.”
18. Lunyu 15.30
Konfuzius sprach: “Einen Fehler begangen haben und ihn nicht korrigieren: Erst das ist ein Fehler.”
19. Lunyu 13.23
Konfuzius sprach: “Der Edle strebt nach Harmonie, nicht nach Gleichheit. Der Gemeine strebt nach Gleichheit, nicht nach Harmonie.”
20. Lunyu 5.20
Einer seiner Jünger überlegte immer dreimal, bevor er etwas tat. Als der Meister davon hörte, sprach er: “Zweimal überlegen - das reicht schon”.
Übersetzer: Erling Weinreich
Weiterführende Literatur: Konfuzius-Buchlinks
Was sind die “Gespräche” des Konfuzius?
Autor & Übersetzer: Erling Weinreich
Die “Gespräche” des Konfuzius, chin. “Lunyu”, sind die wichtigste und zugleich wohl auch verlässlichste Quelle zur Lehre und zum Leben des Konfuzius. Aufgezeichnet wurde das Buch nach dem Tode des Konfuzius von seinen “Enkelschülern”, d.h. von den Schülern seiner Schüler (ca. 5./4. Jh. v.Chr.).
Den chinesischen Titel des Werkes, “Lunyu”, mit “Gespräche” wiederzugeben, ist eigentlich nicht ganz richtig. Eine korrekte Übersetzung wäre: “Gesammelte Antworten” (”lun” wird hier als “sammeln, kompilieren” verstanden, “yu” als die gegebenen Antworten).
Der Titel “Gesammelte Antworten” trifft den Charakter des Buches ziemlich gut: In ihm finden sich nämlich in der Regel Gesprächssituationen, in denen der Meister Konfuzius von seinen Schülern zu konkreten Einzelproblemen befragt wird. Neben seinen Schülern stellen auch andere Leute gelegentlich Fragen an ihn. Eine Besonderheit der Lehrweise des Konfuzius besteht nun darin, dass er je nach Kenntnisstand und Charakter des Schülers auf ein und dieselbe Frage ganz andere Antworten gibt. Daran sieht man, wie wichtig bei den Sprüchen des Konfuzius der jeweilige Kontext der Aussage ist, seine Aussprüche sind immer als Antworten auf konkrete Probleme zu verstehen.
Das Werk selbst besteht aus ca. 500 Sprüchen in 20 Kapiteln. In der Han-Zeit (208 v Chr. -220 n. Chr.) gab es neben dem “Lunyu” aus dem Staate Lu mit 20 Kapiteln noch eins mit 21 und eins mit 23 Kapiteln. Hanzeitliche Gelehrte verglichen die drei Ausgaben, die sich an mehr als 400 Stellen unterschieden, und stellten daraus ein “neues” Werk auf Basis des Lu-Textes zusammen, das dem heutigen “Lunyu” entspricht.
Die 20 Kapitel des “Lunyu” stellen keine thematische oder in irgendeiner Form systematische Einteilung dar, obwohl immer wieder über diese Fragen spekuliert wurde und man in einzelnen Kapiteln bestimmte Themenschwerpunkte erkennen kann (z.B. Kapitel 10: Lebenswandel des Konfuzius). Die Kapitelüberschriften sind lediglich aus den ersten zwei Schriftzeichen des Kapitelbeginns gebildet.
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Einer meiner Leser hat mich letzte Woche nach einer passenden deutschen Übersetzung für den im englischen Sprachraum vielzitierten und bekannten Konfuzius-Spruch “He, who wishes to secure the good of others has already secured his own” gefragt.
Hierbei handelt es sich im chinesischen Original um folgende Passage aus den „Gesprächen“ des Konfuzius, die - vermutlich nach Durchlauf diverser Nachübersetzungen - nun in der zitierten englischen Form recht bekannt geworden ist:
Lunyu 6.28 (bzw. 6.30, je nach Ausgabe)
Wortlaut in der klassischen Übersetzung Richard Wilhelms aus dem Jahr 1914 (2.A.):
„Was den Sittlichen anlangt, so festigt er andere, da er selbst wünscht gefestigt zu sein, und klärt andere auf, da er selbst wünscht aufgeklärt zu sein“ (Richard Wilhelm: Kungfutse Gespräche (Lun Yü), Jena 1945, Seite 60).
Ich würde die Passage wie folgt übersetzen:
Ein wirklich guter Mensch - das ist jemand, der selbst etwas erreicht, indem er anderen hilft etwas zu erreichen;
und der selbst etwas erlangt, indem er anderen hilft etwas zu erlangen.
Die klassische englische Übersetzung von James Legge lautet übrigens:
1. Tsze-kung said, “Suppose the case of a man extensively conferring benefits on the people, and able to assist all, what would you say of him? Might he be called perfectly virtuous?” The Master said, “Why speak only of virtue in connection with him? Must he not have the qualities of a sage? Even Yao and Shun were still solicitous about this.
2. “Now the man of perfect virtue, wishing to be established himself, seeks also to establish others; wishing to be enlarged himself, he seeks also to enlarge others.
3. “To be able to judge of others by what is nigh in ourselves;¡V this may be called the art of virtue.”
Legge VI.28.
Anzumerken wäre hier noch, dass bei Konfuzius die Frage nach dem eigenen Vorteil eigentlich nicht im Mittelpunkt steht, siehe auch:
Lunyu 9.1 (Kapitel Zi Han)
Konfuzius sprach selten über persönlichen Vorteil (…)
Lunyu 4.12 (Kapitel Li Ren)
Konfuzius sprach: “Wer in seinem Tun nur an den eigenen Vorteil denkt, der wird sich viele Feinde machen.”
Übersetzungen: Erling Weinreich
31.08.2008
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